>> Gute Fahrt <<
Binnenschiffer Verein zu Berlin e.V.

Wie alles begann / Chronik


Im Sommer 1985 beschlossen bei einem gemütlichen Beisammensein Gerhard Borchert, Günter Ewald, Werner Küster und Jörg Borchert, die
Tradition des Berliner Schifferballs wieder aufleben zu lassen.

So fand am letzten Freitag im Januar 1986 nach mehreren Jahren Pause in den Tegeler Seeterrassen wieder ein Ball statt, der so viel Anklang fand,
dass nicht nur die Kosten der Veranstaltung gedeckt werden konnten, sondern sogar eine kleine Summe übrig blieb, die von den 4 Ballveranstaltern als
Startkapital zur Gründung eines Berliner Schiffervereins zur Verfügung gestellt wurde. Damit wurde eine Idee umgesetzt, die schon lange existierte. Spontan fanden sich dann am Sonntag nach dem Ball (02.02.1986) zahlreiche Kollegen zur Vereinsgründung ein und so wurde unser Verein ins Leben gerufen.

Hier die ersten 13 Gründungsmitglieder:

Gerhard Borchert

Jörg Borchert

Manfred Küster

Arno Templiner

Detlef Ewald

Otto Schulz

Günter Ewald

Horst Schmidt

Otto Krueger

Manfred Poppe

Hubert Schulze

Willi Krüger

Werner Küster





Der Verein wurde am 2. Februar 1986 vom Festausschuss des damaligen Schifferballes und Schifferkollegen gegründet und wuchs dann rasch an. Bereits gegen Jahresende zählte er 70 Mitglieder, im Jahr 1990 wurde das 200. Mitglied eingeschrieben.

Die Zahl der Mitglieder stieg so stetig an, so dass wir in den folgenden Jahren ständig die Vereinslokale wechseln mussten, da uns die Räumlichkeiten für unseren monatlichen Frühschoppen (immer am 1. Sonntag im Monat) und die Gesellschaftsabende immer wieder zu klein wurden.


Schon 1987, im Jahr der 750-Jahr-Feier Berlins, wurde am Schiffahrtsufer in Spandau ein 18m hoher Mast errichtetund im Rahmen einer Feier eingeweiht. Seitdem grüßt er die eintreffende und abfahrende Schifffahrt mit dem Signal ,,U“ ,,W“.


Von Anfang an bemühte sich der Verein, Probleme der Berliner Schifffahrt aufzuzeigen und Lösungen anzubieten. Unter anderem kümmerten wir uns um Müllentsorgung, regten die Aufstellung von Stromzapfanlagen an, kritisierten die Abfertigungspraktiken an der damaligen Grenze, förderten die Mitfahrgelegenheiten für WSP-Beamte auf Binnenschiffen. Dies alles geschah bei Treffen in kleineren Kreisen, bei Verbandssitzungen und natürlich in manchmal langwierigen Schriftwechseln wobei man zurückblickend feststellen muss, das die Kontaktaufnahme zu den Entscheidungsträgern wesentlich leichter war als heute.


Manches Problem löste sich mit dem Fall der Mauer und im Jahr 1990 konnten wir unseren Schleppkahn ,,Fritz-Gerhard“ erwerben, der uns seit dem Umbau als Vereinsheim dient. Dieser Umbau wurde sowohl durch großzügige Unterstützung vieler Mitglieder sowie Schifffahrtsnahen und uns wohlgesinnten Firmen als auch durch den unermüdlichen Einsatz einzelner Mitglieder möglich gemacht. An Bord unseres Kahns finden seitdem alle Frühschoppen, die Gesellschaftsabende, die Eisbein-  und Grünkohlessen, Faschings- und Silvesterfeiern und anderes mehr statt.


Parallel zum Vereinsleben blieb der Verein aber auch für die fahrenden Mitglieder aktiv. So solidarisierten wir uns u. a. mit den Forderungen der Kollegen anlässlich der Festfrachten-Wegnahme, unterstützten den Erhalt der Berliner Schiffergemeinde, kümmerten uns um Fragen der Betonnung und Beleuchtung auf Havel und Elbe, gaben unsere Meinung zur Liegeplatzgestaltung und Radarkennzeichnung ab, führten Unterschriftensammlungen zu verschiedenen Themen durch und versuchten dabei immer, unsere Mitglieder und Kollegen gut zu vertreten.

Außerdem nahmen Vereinsmitglieder alljährlich am Schiffertag, der sich 2015 auflöste, und dem Hafenfest des Berliner Museumsvereins teil und besuchten die Schifferbälle unserer Nachbarvereine. Über viele Jahre waren wir auf dem Spandauer Havelfest vertreten, um positive Öffentlichkeitsarbeit für die Schifffahrt zu machen. Ein weiterer fester Termin war die Nikolaustour, bei der wir alljährlich zusammen mit dem Berliner Schifferpastor und der WSP der ein und ausgehenden Schifffahrt vorweihnachtliche Grüße überbrachten.

Nachdem wir uns jahrelang bei Vereinstreffen mit Übergangslösungen zufrieden gegeben hatten, wurde im Jahr 1999 endlich eine richtige Fahne angeschafft. Mit dieser detailfreudigen Ausfertigung konnten wir uns nun bei Umzügen angemessen beteiligen. (Hier sei nochmal der unvergessene Auftritt von Werner Küster im Roten Rathaus erwähnt, bei dem er die Fahne einhändig präsentierte!).

2006, anlässlich unserer 20-Jahr-Feier hatten wir sogar den ,,Schiffertag“ zu Gast in Berlin. Im Rahmen der Veranstaltung organisierten wir einen Umzug mit Fahnen zum Spandauer Rathaus, einen maritimen Markt, einen Dikussionsnachmittag und nicht zuletzt eine Abendveranstaltung mit Musik und Tanz.

Ein weiteres einschneidendes Ereignis war der Wegzug von Elfriede und Gerhard Buley zu ihren Töchtern nach Fürstenwalde im Jahre 2011.Nachdem die Beiden Ihr Leben auf dem ,,Fritz-Gerhard“ verbracht hatten, ließ sich auf Grund ihrer verschlechterten Gesundheit diese Entscheidung nicht mehr hinausschieben. Für den Verein werden Elfriede und Gerhard unvergessen bleiben, da sie uns unser Vereinsschiff ermöglichten und sich bis zuletzt  an Bord um alles kümmerten.



 

Genau wie in der Schifffahrt machen sich allerdings auch in unserem Verein in den letzten Jahren die sich veränderten Umstände bemerkbar. Die Zahl der fahrenden Kollegen nimmt weiter ab, die verbleibenden haben immer weniger Zeit und Möglichkeit, am Vereinsleben teilzunehmen und der Nachwuchs fehlt.

Trotzdem zählen wir heute noch deutschlandweit rund 180 Mitglieder, ein Drittel davon Aktive in der Fracht-, Tank- und Personenschifffahrt. Deshalb betrachten wir es auch weiterhin als wichtige Aufgabe des Vereins, im Interesse unserer Kollegen Themen anzuschneiden, die von den Verbänden aus verschiedenen Gründen nicht aufgegriffen werden. So nehmen unsere Vertreter regelmäßig an den Treffen der GDWS, Außenstelle Ost (ehemals Wasser- und Schifffahrtsdirektion Ost) teil und viele Probleme werden auf kurzem Wege telefonisch oder per Mail angesprochen bzw. im Best fall  geklärt. Auch besuchen wir die Veranstaltungen anderer Vereine.

Für die Zukunft hoffen wir, dass es uns gelingt, weiterhin Tradition, zeitgemäße Schifffahrt und Vergnügen in unserem Vereinsleben miteinander zu verbinden. Voraussetzung dafür ist natürlich wie bisher die rege Beteiligung unserer Mitglieder und Kollegen.

Vereinsreisen


Schon kurz nach der Vereinsgründung zog es unsere Mitglieder aus Berlin heraus: 1988 fand daher die erste Vereinsreise in den Spreewald statt. Arno Templiner organisierte damals den Bus, die Einreisevisa und die Kahnfahrt. Danach fuhren größere und kleinere Vereinsgruppen meist unter der Leitung des 2. Vorsitzenden Uwe Rathke zum Königstein, nach Rathen und Wehlen, Eberbach, Roslau, Alsleben, Speyer, Basel, Boppard und Marktheidenfeld. Oft wurden offizielle Anlässe wie z.B. der Besuch des Schiffertages damit verbunden.

Nachdem Michael Zeilbeck sich der Reiseplanung angenommen hatte, wurden die Ziele entfernter: so ging es in den nächsten Jahren mit dem Verein nach Norwegen, Schweden, Usedom, Husum, in die Wachau und ins Allgäu, in die Masuren, nach Südtirol und Schottland, ins Weserbergland, nach Polen und an den Lago Maggiore. An der letzten von ihm organisierten Reise nach Wiesmoor / Ostfriesland konnte Michael dann leider nicht mehr teilnehmen.
Diejenigen, die an den gut organisierten und vorbereiteten Reisen teilgenommen haben, hatten immer viel Spaß und konnten anschließend einiges erzählen.

Treffpunkte


Nach der Vereinsgründung im Sportcasino am Ziegelhof und den folgenden Treffen dort wechselte der Verein mit steigender Mitgliederzahl die Lokale für die Frühschoppen und Gesellschaftsabende.
In den folgenden Jahren trafen wir uns je nach Bedarf: Im ,,Sportcasino“ am Ziegelhof, im ,,Klosterstübl“ Klosterstraße, in der Kegelsporthalle Neuendorfer Str., im ,,Jägerhäuschen“ Lynarstraße, im ,,Ratskeller“ Spandau, im ,,Wilhelms-Eck“ Wilhelmstr., im ,,Westhafen-Casino“, im ,,Humboldtsaal“- Palais am See Tegel und ab 1994 an Bord unseres Vereinskahns ,,Fritz-Gerhard“ in Berlin Spandau. Hier haben  wir nun die Möglichkeit, unsere Treffen und Feiern in den variabel einzusetzenden Räumen optimal durchzuführen.

Daher an dieser Stelle nochmals Dankan Elfriede und Gerhard Buley, den Spendern und Kreditgeber, an alle, die beim Ausbau mitgewirkt haben und nicht zuletzt an alle, die sich nun für den Erhalt einsetzen.

                                                                                        Elfriede und Gerhard Buley 

Danke


Neben den Mitgliedern, die unseren Verein über alle Jahre immer wieder finanziell oder durch ihre aktive Arbeit unterstützt haben, möchten wir uns auch noch einmal bei den Sponsoren bedanken, die uns über alle Jahre immer wieder auf die eine oder andere Art unterstützt haben. Dies waren u.a.: die

Bank für Schiffahrt,  Deutsche Transport-Genossenschaft, Lauenburger Schiffsversicherung, VSV, Rathjens Propeller, die Berliner Bunkerstationen, u.v.m. .

Vergessen wollen wir auch nicht die Mitglieder des Festausschusses und die Tresenbesetzungen, die früher im Wechsel, in den letzten Jahren aber hauptsächlich von Christa Küster und Ingrid Winter geleistet wurden. Alle haben die Jahre durch ihren Einsatz zum Gelingen des Vereinslebens an Bord beigetragen.

Ebenso soll hier auch einmal den Vorstandsmitgliedern gedankt werden, die unseren Verein in den vergangenen 40 Jahren geführt haben:


Günter Ewald

1. Vorsitzender

1986-2010


2. Vorsitzender

2014-2022

Arno Templiner

2. Vorsitzender

1986-1996

Uwe Rathke

2. Vorsitzender

1996-2006

Rainer Tempelhof

2. Vorsitzender

2006-2012

Michael Zeilbeck

2. Vorsitzender

2012-2013

Helmut Hoffmann

Willi Krüger

2. Vorsitzender

1. Schriftführer



seit 2022

1986-2001

Gerhard Borchert

2. Schriftführer

1986-1988

Jörg Borchert

2. Schriftführer

1988-2001


1. Schriftführer

2001-2010


1. Vorsitzender

seit 2010

Rosetraut Schulze

2. Schriftführerin

2001-2017

Rita Liebschner

Marina Matz

Marleen Küppen

Christian Müller

1. Schriftführerin

1. Schriftführerin

1. Schriftführerin

2. Schriftführer

2010-2019

2019 – 2025

seit 2026

2017 - 2025

Otto Schulze

1. Schatzmeister

1986-1988

Ingo Gersbeck

1. Schatzmeister

seit 1988

Werner Küster

Wilfried Lenz

Erich Wolter

2. Schatzmeister

2. Schatzmeister

2. Schatzmeister

1986-2023

2023 - 2025

seit 2025

 

Wer die Auflistung aufmerksam gelesen hat, dem wird ein Name aufgefallen sein:

Ja, richtig, Werner Küster war Mitglied und Vorstands-Mitglied seit der 1. Stunde, leider ist er im November 2018 von uns gegangen.

Ebenso haben sich über die vergangenen Jahre zahlreiche Mitglieder als Beisitzer zur Vereinsarbeit beigetragen. Erwähnung sollte an dieser Stelle auch mal Sabine Pinnow finden, die selbst zwar kein Mitglied ist, uns aber in den ersten Jahren bei der Gestaltung der Vereinszeitung unterstützt hat. Nachfolgend hat das Ingo Gersbeck in Zusammenarbeit mit der ,,Druckerei Well“ übernommen.

Nach den vielen guten Jahren mit einem regen Vereinsleben, weiteren kleinen und größeren Ausfahrten, u.a. die „Klabautermann“-Fahrt zur großen Acht in Magdeburg oder ins Umland mit der Reederei Lüdicke, wurde es etwas ruhiger.

Dann ereilte auch uns die Corona-Pandemie: alle Veranstaltungen mußten ab Frühjahr 2020 abgesagt werden, es fand in 2021 keine Mitgliederversammlung statt und nur die Stammbesatzung, die „Montagsmänner“, hielt den „Fritz-Gerhard“ weiter in Schuß.
Ab Spätsommer 2021 konnte man sich dann unter Einhaltung der sich schnell ändernden Auflagen wieder treffen, allerdings erreichten die Teilnehmerzahlen der Veranstaltungen nicht mehr die der Vorcoronazeit.

2023 dann mußte unser Vereinsschiff mal wieder raus aus dem Wasser. Ein Schlepper zog uns zur DIW in den Ruhlebener Altarm, der Kahn wurde aufgeslippt, gewaschen und in Eigenarbeit geteert. So war es dann kein Problem, ein neues Schiffsattest mit 10 Jahren Laufzeit zu erhalten.
Während es also an Bord weiterhin gut lief, nahmen die Probleme für unseren Verein zu: die Mitgliederzahl nahm bedingt durch Todesfälle und Austritte stetig ab, während Neueintritte kaum zu verzeichnen waren. Die Teilnehmerzahlen an den Veranstaltungen verringerten sich ebenfalls, was u.a. dazu führte, den Gesellschaftsabend nicht mehr anzubieten. Auch wurde die jährliche Mitgliederversammlung in den März und mit dem Eisbeinessen zusammengelegt. Trotz aller Bemühungen fiel dann 2024 die Mitgliederzahl erstmalig  wieder unter 100.

Die 40 Jahre Berliner Schifferverein waren rückblickend gute Jahre und es bleibt uns die zugegebener Maßen schwere Aufgabe, die Tradition zu pflegen, aber auch etwas von dem weiterzugeben, was unseren Beruf über viele Generationen interessant gemacht hat.


 

 

Karte
Infos